Chronik der Feuerwehr Meuselwitz 

 

 

 

 

Aus alten Akten und Chroniken ist zu ersehen, dass in Meuselwitz stets großer Wert auf das Feuerlöschwesen gelegt worden ist. Unsere Kenntnis darüber geht bis zum Jahr 1600 zurück. In einer Akte der damaligen Altgemeinde sind Rechnungen über Feuerlöschgeräte enthalten. Darin handelt es sich um Eimer, Leitern, Feuerhacken und eine geringe Vergütung der Feuerwächter. Die Wächter mussten besondern bei Nacht auf ausbrechende Feuer achten und Lärm schlagen.

Laut Chroniken und Kirchenbücher brannten 1623 190 Wohnungen, die Kirche und die Schule ab.

Außer mehreren Bränden  muss noch der Großbrand 1707 genannt werden. Hierbei fielen 45 Häuser und 14 Scheunen zum Opfer.

Die älteste näher beschriebene Feuerordnung für Meuselwitz stammt aus dem Jahre 1698 und ist im Stadtarchiv aufbewahrt. Jeder Hausbesitzer musste je nach Größe des Gebäudes Feuereimer, Feuerhacken und Leitern bereithalten bzw. haben. Die Gemeinde und das Rittergut hatten für größere Brandbekämpfungsmittel zu sorgen, Spritzen, Sturmfässer und Leitern.

1822 waren in Meuselwitz                                                                                      

2

große Spritzen

2

 Handspritzen

46

Wasserfässer
5 Sturmfässer
 4 Feuerhacken
 4  Leitern vorhanden.

                         

 

 

 

                       

Meuselwitz war früher in Viertel eingeteilt.

Schlossviertel

Meedenviertel

Pfarrviertel

Bergviertel

   

                                              

                       

 

Für jedes Viertel gab es einen Viertelmeister, dieser hatte die Oberaufsicht über das Feuerwesen.

Am 28. September 1868 wandten sich Bürger, die den mangelhaften Zustand des Meuselwitzer Löschwesens erkannt hatten, in einem längeren Gesuch an das hiesige Herzogl. Sächs. Gericht und forderten „die Errichtung einer Freiwilligen Feuerwehr einleiten zu wollen und zwar den neueren Anforderungen entsprechend“. Nach längerer Aussprache fasste man den einstimmigen Beschluss, für Meuselwitz eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen.

Die Gründung erfolgte dann am 24. Oktober 1868 in der „Goldenen Weintraube“, wo sich zahlreiche Einwohner einfanden.

Die freiwillig eingetretenen Mitglieder wurden dann in folgender Form eingeteilt:

           

 

1) Steigermannschaft  2) Arbeitsmannschaft  3) Spritzenmannschaft  4) Wachmannschaft

 

 

 

 

Am 13. Dezember 1868 wurde beschlossen, von der Feuerwehr Zeitz 100 Stück alte Helme aufzukaufen.

Erstmals trat die FFW dann am 23. Mai 1868 in der Öffentlichkeit auf.

Schon bei der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr zeigte sich, dass die alte Landspritze nicht genügte, es wurde deshalb sofort eine Fahrspritze angeschafft.

Dazu kamen noch andere Feuerwehrausrüstungsgegenstände, wie z.B. 1880 ein Rettungstuch, 1890 eine zweirädrige und 1898 eine vierrädrige Abprotzspritze, 1901 die mechanische Schiebeleiter mit einer ausgezogenen Länge von 18 Metern.

Zu dieser Zeit besaß die Wehr 1200 Meter Druckschlauch. Das alte Spritzenhaus an der Altenburger Straße wurde 1890 abgerissen und auf demselben Standort ein neues Spritzenhaus erbaut.

1902 wurde die Städtische Wasserleitung in Betrieb genommen. Diese Anlage brachte dem Feuerlöschdienst erneute Aufgaben, Die Aufstellung von 80 Überflurhydranten auf sämtlichen Straßen erleichterten die Löscharbeiten bei Schadensfeuern.

Nach Beendigung des 1. Weltkrieges begann in den weitern Jahren die Entwicklung des Feuerlöschwesens. Die Wehr Meuselwitz erhielt 1925 von der Stadtverwaltung eine neue Motorspritze, Daimler Benz, die ein Leistungsvermögen von 1000 l/min. hatte. Die neue Motorspritze wurde Anreiz für viele Bürger, der Freiwilligen Feuerwehr beizutreten, die infolge auf 80 aktive Feuerwehrmänner blicken konnte.

Am 5. Dezember 1926 wurde in der Bauvereinstraße ein Feuerwehrdepot eingeweiht, welches heute noch als Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr genutzt wird, ebenso sind 4 Wohnungen und ein Schulungsraum für die Kameraden enthalten.

Das Jahr 1933 bracht den Beginn der nazistischen Ära und mit ihr auch manche Veränderung in der Wehr.

Neben dem Dienst gab es militärischen Drill. Die Wehrmänner erhielten neue Uniformen mit den nazistischen Hoheitszeichen am Rock und Stahlhelm.

Sie wurden als Feuerlöschpolizei bezeichnet. Von der Stadtverwaltung wurde der damalige Wehrleiter abgesetzt, und ein „Zwölfender“ eingesetzt. Dieser hatte besonderen Spaß daran, den Feuerwehrmännern den Kasernenton beizubringen. Da die Wehr durch den Krieg systematisch psychisch und physisch geschwächt wurde, schritt man zur Bildung einer „Pflichtwehr“.

Wenige Tage nach dem Einzug der amerikanischen Truppen rief der von den Nazis wegen politischer Unzuverlässigkeit seiner Funktion enthobene Brandmeister Max Müller die Kameraden im Depot zusammen, um den Feuerschutz zu gewährleisten. Es fanden sich ca. 40 Kameraden bereit, mit den antifaschistischen Kräften der Stadt die Freiwillige Feuerwehr aufzubauen.

Hierbei sei auch ehrend unseres verdienten Oberbrandmeister Richard Müller gedacht, der über 50 Jahre seines Lebens dem Aufbau und der Förderung des Feuerlöschwesens widmete.

Mit dem Einzug der Roten Armee änderte sich das Bild. Der Kommandant der Stadt überzeugte sich zuerst vom Stand der Einsatzfähigkeit der Wehr, wobei er Geräte und Mannschaftslisten anorderte und überprüfte. Daraufhin wurde zusätzlich von Borna ein Opel (Eintonner) zur Verfügung gestellt.

1953 erhielt die Wehr ein LF 15 (DEA Feuerw.). 1967 wurde die Wehr mit einem LF 16 vom VEB Feuerlöschgerätewerk Luckenwalde ausgestattet.

Nach 1945 mussten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Meuselwitz desöfteren ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen.  So z.B. beim Einsatz beim Naundorfschen Gut in Mumsdorf und an einem Teil des Prößdorfschen Schlosses.

Das die Freiwilligen Feuerwehr Meuselwitz auf der Höhe ihrer Aufgaben war, zeigte auch der Einsatz beim großen Schadensfeuer, nämlich beim Brand der Tonwarenfabrik Ernst Kölbel in Meuselwitz, im juli1965, wo sie unter sehr schwierigen Bedingungen die ihr gestellten Aufgaben voll erfüllte.

Unsere Stadt liegt an dem verhältnismäßig kleinen Flüsschen Schnauder, das bekanntlich bei Groitzsch in die Elster mündet. Seit Jahrzehnten hat dieser kleine Fluss immer wieder in der  Talniederlegung der Schnauderaue Hochwasser und Katastrophen verursacht. Besonderen Einsatz zeigten die Kameraden bei den Hochwasserkatastrophen in den Jahren 1954 und 1960, auch 1970 und 1980, wo sie in den Tag- und Nachteinsätzen in wichtigen Betrieben der Stadt Hilfe leisteten.

Im Zuge der Stadtsanierung musste im Stadtzentrum eine Reihe von Grundstücken weichen, von denen einige von Kameraden der FFW abgebrochen wurden. Nach der Hundertjahrfeier im Jahr 1968 wurden neue Fahrzeuge angeschafft, so z.B. das Tanklöschfahrzeug TLF 16 W 50 L/A, welches die FFW 1979 bekam, die Drehleiter DL 30 W 50 L wurde der FFW 1981 übergeben 1984 kam dann noch das Löschfahrzeug  LF 16 TS 8 W 50 L dazu.

In den letzten Jahren wurden feuerwehrsportliche Wettkämpfe mit dem anderen Wehren des Wirkungsbereiches durchgeführt, wobei Schnelligkeit und Können von allen teilnehmenden Kameraden gefordert wurde.

Zu gegebenen Anlässen gab die Feuerwehr auch Einblicke in ihre Arbeit, so z.B. wurde der Umgang mit Kleinlöschgeräten erläutert, oder die Herstellung von Löschschaum vorgeführt.

 

Mut und Können bewiesen die Kameraden beim besteigen der 30 m hohen Drehleiter und beim Selbstretten in das Sprungpolster.

Im April 1983 wurde durch das bemühen der Wehrleitung und des Kam. Kuhn eine Frauenbrandschutzgruppe ins Leben gerufen.

Dadurch sollten und sollen die Kameraden im operativen Dienst von der zusätzlichen Arbeit des vorbeugenden Brandschutzes entlastet werden.

In Qualifizierung der Kameraden und Kameradinnen wurde in den vergangenen Jahren großes Augenmerk gelegt. Es wurden Lehrgänge in dem damaligen Ausbildungskommando Borna von den Feuerwehrangehörigen besucht.

Bis zum Jahre 1989 wurden jährlich im Herbst Brandschutzkontrollen in den Wohnungsstätten der Bürger durchgeführt.

Als weitere Höhepunkte stellten sich die operativ-taktische Studien in Betrieben und Einrichtungen unseres Territoriums das. Die Anzahl der dabei besuchten Objekte 1990 sind ein Rekord für unsere Feuerwehr, denn immerhin waren es 6 an der Zahl.

Im Dezember 1990 übergab die Stadtverwaltung Meuselwitz der Freiwilligen Feuerwehr ein modernes Schneid- und Spreizgerät, das zur Bergung verunglückter Personen eingesetzt werden kann. Dieses Gerät ermöglicht den Kameraden schnellere Hilfeleistung bei der Rettung von Bürgern aus Notsituationen.

Ebenso wurde im Herbst 1991 ein „Fiat“ der FFW Meuselwitz übergeben, dieses Fahrzeug wird als Vorausfahrzeug bzw. bei Verkehrsunfällen eingesetzt, in ihm ist das Schneid- und Spreizgerät eingebaut.

 

Noch heute ist dieses Fahrzeug ein wichtiger Bestandteil der Wehr.

Am 12. September 1992 führte die freiwillige Feuerwehr Meuselwitz erstmals den „Tag der offenen Tür“ in ihrem Gerätehaus durch.

An diesem Tag konnte die Bevölkerung der Stadt Meuselwitz „ihre Feuerwehr“ in Augenschein nehmen.

Für die Kinder wurden Spiele und Fahrten mit dem Feuerwehrauto durchgeführt. Auch für das leibliche Wohl hatten

die Kameradinnen und Kameraden der Wehr gesorgt.

Für jede Freiwillige Feuerwehr gilt doch, ständig den nachwuchs für die Tätigkeit in der Feuerwehr zu sichern

und deshalb ist es wichtig, die Interessen der Jugendlichen für die Feuerwehrtätigkeit zu wecken.

 

 

Die Jugendfeuerwehren sind Teil der Freiwilligen Feuerwehren.

So hat nach langen bemühen die Freiwillige Feuerwehr Meuselwitz im Herbst 1992 unter der Leitung des Kameraden Kießling eine Jugendfeuerwehr aufgebaut.

15 Jahre später und unter der Leitung des Kameraden Dölz-Petzold haben 15 Jugendliche ihre Freude an der Arbeit um und mit der Feuerwehr gefunden.

In den Letzten Jahren gab es auch in der Feuerwehr Meuselwitz einige Veränderungen, so wurden die Ortsteilfeuerwehren Mumsdorf und Falkenhain sowie die Feuerwehr Meuselwitz II / Zipsendorf in die Ausbildunkstruktur mit aufgenommen um einen einheitlichen Ausbildungsstand zu erreichen.

Die immer weiter wachsenden Aufgabenbereiche erfordern auch eine fachliche und kompetente Ausbildung.

Im Jahr 2004 freuten sich die Kameraden über eine neue Drehleiter.

Die alte Drehleiter DL 30 W 50 L wurde durch eine neue DLK 23/12 GL cs ersetzt. Somit hieß es für einige Kameraden die Schulbank zu drücken um das neue Fahrzeug in seiner Bedienung kennen zu lernen.

Die Stützpunktfeuerwehr der Stadt Meuselwitz besitzt im Jahr 2007 insgesamt 5 Fahrzeuge, sowie 2 Fahrzeuge des Altenburger Landes zum Gewahren des Katastrophenschutzes und jeweils ein Fahrzeug in den Ortsteilen Mumsdorf und Falkenhain.

 

„Unsere Freizeit für Ihre Sicherheit“ diesen Leitspruch haben sich die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Meuselwitz zur Aufgabe gemacht. Sie sind ständig bereit, in allen nur denkbaren Notsituationen und Gefahren für Mensch und Tier, Umwelt und Sachwerte, bei Unfällen, Bränden und Katastrophen, zu helfen.

 

 

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